|
Für Inhalt, Vollständigkeit und Aktualität der
Informationen übernehmen wir keine Gewähr.
Die Rechtsanwälte Nümann + Lang mahnen wegen Urheberrechtsverletzung
in Internet-Tauschbörsen im Auftrag von Rike Boomgaarden, Alexander Geringas, Bernd Klimpel und Charlie Mason ab
wegen: Veröffentlichung von urheberrechtlich geschützten Musikwerken in Tauschbörsen
Rechteinhaber: Rike Boomgaarden, Alexander Geringas, Bernd Klimpel und Charlie Mason
Rechtsvertreter: Rechtsanwälte Nümann + Lang, Kriegsstraße 45, 76133 Karlruhe
Die Herren Rike Boomgaarden, Alexander Geringas, Bernd Klimpel und Charlie Mason lassen durch die
Rechtsanwälte Nümann + Lang wegen
Urheberrechtsverletzung aufgrund der Veröffentlichung vom
urheberrechtlich geschützten Musikwerken in
Internet-Tauschbörsen Abmahnungen aussprechen. Hintergrund ist,
dass in einer Tauschbörse im Internet urheberrechtlich geschütztes Material
unberechtigt zum download bzw. upload zur Verfügung gestellt worden sein soll.
Abmahnungen erfolgten für folgenden Titel:
Sarah Conner - Real Love
Der Titel Real Love wurde als Single des gleichnamigen achten Albums von Sarah Connor
am 10. Dezember 2010 erstveröffentlicht.
Die abgemahnten Werke befinden sich teilweise auf so genannten Samplern, die eine Zusammenstellung von verschiedenen Musiktiteln unterschiedlicher Rechtsinhaber enthalten. Da es sich bei jedem genannten Titel um ein einzelnes Werk handelt, bei dem die Urheber häufig unterschiedlich sind, kommt es vor, dass durch eine oder mehrere Kanzleien für verschiedene Rechteinhaber Abmahnungen ausgesprochen werden. Auch kann es für ein Werk mehrere Urheber (Text, Komposition, exklusive Lizenzrechte) geben, die als Rechteinhaber abmahnen lassen.
Nähere Informationen über die Sampler und welche Werke darauf abgemahnt werden, stehen Ihnen hier zur Verfügung: Trackliste der Tonträger.
Es wird grundsätzlich die Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungs- und
Verpflichtungserklärung wegen unberechtigter öffentlicher Zugänglichmachung der Musikstücke, die
unverzügliche Beseitigung der streitgegenständlichen Dateien und
die Zahlung eines pauschalen Abgeltendbetrages in Höhe von
regelmäßig EUR 450,-- (in der Vergangenheit auch: bei zwei Rechtsverletzungen EUR 590,--;
bei drei: EUR 690,--) gefordert. Auf Grundlage eines Streitwert
von EUR 10.500,-- werden dem Abgemahnten Kosten in Höhe von
insgesamt rund EUR 700,-- an Kosten vorgerechnet (für Geschäftsgebühr
des Rechtsanwalts, Verfahren nach § 101 UrhG und Auslagenpauschale). Zudem werden als Ersatz der Ermittlungs- und
sonstigen Kosten in Höhe von rund EUR 50,-- gefordert. Daneben soll der
Abgemahnte sich verpflichten für jeden Fall zukünftiger
Rechtsverletzungen EUR 5.100,-- an Rike Boomgaarden, Alexander Geringas, Bernd Klimpel und Charlie Mason zu
zahlen.
Da sich der unterbreitete Vergleichsvorschlag lediglich auf die konkrete Rechtsverletzung bezieht,
kann bei weiteren Urheberrechtsverletzungen, die durch eine abgegebene Unterlassungserklärung nicht
erfasst werden, eine weitere Abmahnung erfolgen. Mit Unterzeichnung der vorgelegten Unterlassungserklärung
und Zahlung der Vergleichssumme ist nur die (eine) Angelegenheit erledigt. Insbesondere werden dadurch keine
anderen zurückliegenden Urheberrechtsverletzungen, die dem Abmahnenden bis dahin nicht bekannt waren abgegolten.
Wegen dieser können weitere Abmahnungen ausgesprochen werden.
Wird der Zahlungsforderung nicht nachgekommen erfolgte in
ähnlichen Angelegenheiten regelmäßig ein zweites Schreiben so
genanntes Eskalationsschreiben
der Kanzlei Nümann + Lang,
welches augenscheinlich einerseits darauf abzielt die Einwände zu erfahren, die dem Anspruch
entgegengehalten werden, andererseits
unter Forderung einer erhöhten Summe und Androhung gerichtlicher Schritte und weiteren
Kostenerstattungsforderungen die Zahlungsbereitschaft der Betroffenen zu erhöhen.
Auch bei diesem Schreiben handelte es sich um einen Standartschriftsatz, bei dem
nur die Adress- und
Identifikationsdaten auf Seite 1 variiert werden. Selbst die Unterschrift
war lediglich eingescannt.
Inhaltlich enthielt dieses Schreiben keine neuen rechtlichen Argumente.
Vorliegend muss die Frage gestellt werden, ob zumindest soweit es sich lediglich um einen Musiktitel
handelt an dem ein urheberrechtlicher Verstoß moniert wird, § 97a Abs. 2 Urheberrechtsgesetz (UrhG) Anwendung findet
(siehe dazu
Deckelung der Anwaltsgebühren auf EUR 100,--).
Daneben sind, wie bei jeder Abmahnung im urheberrechtlichen
Bereich, die Fragen
der Beweisproblematik bei der Feststellung des Anschlussinhabers mittels der IP-Adresse, des Mißbrauchs des W-LAN Netzwerks durch Dritte
und letztlich die Frage zu prüfen, ob eine Kappung der Rechtsanwaltsgebühren aufgrund der einfachen, routinemäßig erstellten Schreiben
gleichen Inhalts ohne schwierige rechtliche Ausführungen
(siehe dazu
Kappung Rechtsanwaltsgebühren) angezeigt ist.
Vor dem Hintergrund des Gesagten empfiehlt sich vorliegend eine anwaltliche Beratung und eine fachkundige Begleitung der Angelegenheit
bei der Abgabe einer modifizierten Unterlassungserklärung.
Unser Rat:
- in Einzelfall überprüfen lassen ob die behauptete
Urheberrechtsverletzung vorliegt und ob insbesondere die
geltend gemachten Ansprüche rechtwirksam durchgesetzt werden
können;
- keinesfalls die angefügte strafbewehrte
Unterlassungserklärung unterzeichnen ohne zuvor fachkundigen
Rat eingeholt zu haben. Zur Vermeidung eines Rechtsstreits sollte regelmäßig eine so
genannte modifizierte Unterlassungserklärung (ohne die
Übernahme der Verpflichtung die Rechtsanwaltskosten zu
übernahmen, den Streitwert festzulegen und ohne Anerkenntnis
einer Rechtspflicht, unter der auflösenden Bedingung
eines anders lautenden gerichtlichen Entscheidung, ect.) abgegeben
werden;
- nicht beim Abmahnanwalt anrufen, um selber zu verhandeln. Dies führt
häufig zu unbedachten Äußerungen die später gegen Sie verwendet werden können;
- lassen Sie sich fachkundig beraten. Nehmen Sie Kontakt mit einem Spezialisten auf.
Foren bieten hilfreiche
Tipps und erste Hinweise, jedoch sind dort auch veraltete Informationen,
Mutmaßungen und Halbwahrheiten zu finden. Insbesondere raten wir davon ab
eine ungeprüfte modifizierte Unterlassungserklärung für den
eigenen Fall zu nutzen;
- eine kompetente Behandlung Ihres Falles sollte mit
folgender Zielsetzung erfolgen:
- Vermeidung eines gerichtlichen Verfahrens mit weiteren Kosten
(Schadensbegrenzung);
- Reduzierung der Rechtsanwaltsgebühren und des ggf. zu zahlenden Schadenersatzes (Schadensminderung);
- schriftliche Bestätigung des Gegnervertreters das mit Zahlung des (reduzierten) Vergleichsbetrages
alle Ansprüche des abmahnenden Rechteinhabers erfüllt sind (Schadensvorbeugung).
Weitere Vorgehensweise:
Zur Formulierung einer modifizierten Unterlassungserklärung benötigen Sie regelmäßig die Hilfe eines Rechtsanwalts, der zunächst überprüft ob die Abmahnung im
konkreten Fall berechtigt erfolgte und die weiteren Schritte mit Ihnen abspricht.
Wir bieten Ihnen an, dass wir Sie unverbindlich telefonisch informieren, in welcher Form, mit welchem Risiko und mit welchen Erfolgsaussichten
in Ihrem Fall vorgegangen werden kann. Zu dem Zweck senden Sie uns bitte eine kurze Sachverhaltsschilderung mit Ihren Kontaktdaten am besten über unser
Kontaktformular
oder per Email, Fax bzw. Brief. Teilen Sie uns bitte auch Ihre Rufnummern mit, damit wir Sie kurzfristig erreichen können.
Gerne können Sie uns - ebenfalls unverbindlich - den Schriftverkehr bereits vorab per Email (eingescannt), per Fax oder Post zukommen lassen
( Kontaktdaten).
Soweit Sie nach unserem Telefonat entscheiden, dass wir für Sie tätig werden sollen, liegen die Unterlagen dann bereits für eine umgehende Bearbeitung vor.
Nach Erhalt Ihrer Anfrage rufen wir Sie kurzfristig, in der Regel am gleichen Tag, auch in den Abendstunden zurück. Wenn Sie uns Ihre Wunschzeit für einen Rückruf
mitteilen, versuchen wir diese einzuhalten. Da uns die Angelegenheit bekannt ist, können wir wenn Sie dies wünschen innerhalb weniger Stunden für Sie tätig werden.
Eine diskrete Abwicklung Ihrer Angelegenheit ist selbstverständlich.
Lesen Sie hier weitere Hinweise:
Häufigen Fragen in Filesharing-Verfahren
Beratungshilfe bei geringen Einkommen und Vermögen
Letzter Tipp: Keine Kurzschlusshandlungen und keine voreiligen Entscheidungen!
Das Abmahnschreiben, welches Sie erreicht hat, fordert von Ihnen
eine Reaktion in einer sehr kurzen Zeit. So kurz, dass diese zunächst scheinbar nicht
genügt, um sich
ausreichend zu informieren. Lassen Sie sich dadurch nicht verunsichern
und zu voreiligen Entscheidungen treiben.
Insbesondere sollten Sie nicht voreilig einen Anwalt mit der Wahrnehmung Ihrer Interessen beauftragen.
Lassen Sie sich in der ersten Aufregung nicht überreden am Telefon eine Mandatszusage zu erteilen.
Einen Auftrag sollten Sie erst nach einer kurzen Überlegungsphase erteilen.
Wie sagt man so schön: In der Ruhe liegt die Kraft.
|